Strahlender Sonnenschein, südspanischer Flair, eine angenehm nach Glücksgefühlen duftende Meeresbrise, ein atemberaubender Blick auf den afrikanischen Kontinent, Straßenverkehr auf der gewohnt normalen Seite, spanisches Temperament – und das auf britischem Boden? Klingt komisch, ist aber so. Rote Telefonzellen, Cockney-Englisch, fettige Fish and Chips, englische Höflichkeit, britischer Pfund – und das auf spanischem Boden? Klingt komisch, ist aber so. Das alles vereint das britische Überseegebiet: Gibraltar.

Upper Rock

Kurz etwas geschichtliches, weil Klugscheisser beim lokalen Zeltfest nach 8 Liter Bier immer beliebt: Die Halbinsel Gibraltar liegt an der Nordseite der Meerenge “Straße von Gibraltar”, an der Europa und Afrika sich am nächsten sind. Gibraltar steht seit 1704 unter der Souveränität des Vereinigten Königreichs und wurde 1713 offiziell abgetreten, wird seitdem jedoch weiterhin von Spanien beansprucht. So weit so gut. Abseits vom politischen Geplänkel, mit dem wir uns jetzt nicht weiter beschäftigen wollen, hat Gibraltar alles zu bieten um euch eine “Oida-Voda des war einer meiner schönsten Tage des Lebens” – Erinnerung zu schaffen.

Stadion Gibraltar

Die Anreise ist nicht so einfach. Dieses kleine Land, dass man oftmals nur von seiner Dominanz im Weltfußball kennt, besitzt zwar einen eigenen Flughafen, wird jedoch nur aus vereinzelten Ländern angeflogen, daher empfiehlt sich der Besuch im Zuge einer Andalusien Rundreise. Ins Land selbst kommt man am besten folgendermaßen: Auto kurz vor der Grenze auf einem der Parkplätze abstellen, und zu Fuß weitergehen. Und nun folgt das erste Highlight. Habt Ihr euch nicht auch schon oft geärgert, dass Ihr am Flughafen nicht einfach “Ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger” singen könnt, Flugzeug spielen und über die Landebahn laufen dürft? Dann erfüllt Gibraltar euren persönlichen Lebenstraum. Denn um ins Landesinnere zu kommen, müssen sowohl Autos als auch Fußgänger quer über die Start- und Landebahn des Flughafens von Gibraltar. Kommt gerade ein Flieger vorbei, klappt einfach der Schranken runter und man wartet bis das Spektakel vorbei ist.

Start- und Landebahn inklusive Straßenüberquerung. Blick auf das spanische Festland

Ich merke gerade, “ins Landesinnere” klingt so als ob Gibraltar ein Staat von immenser Größe wäre. Dem ist fast so. Es ist das 193 größte Land der Welt. Es gibt 195. Aber: Gibraltar ist eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Erde. Wieder etwas gelernt. Nun widmen wir uns wieder den wichtigen Dingen. Denn nun folgt eine weitere Besonderheit: Gibraltar ist Europas einziger Ort, in dem Affen in freier Wildbahn leben. Somit erste Hausaufgabe: rauf mit euch auf den spektakulären Felsen von Gibraltar. Erklimmt die wunderschönen Wanderwege, erkundet den Naturpark, und lasst euch von den frechen Berberaffen die Mütze stehlen. Diese erhaltet Ihr erst im Austausch gegen etwas Essbares wieder zurück. Ein Affenzirkus!

Am Upper Rock angekommen, genießt die utopische Aussicht aufs spanische Festland und auf die andere Seite. Denn in nicht einmal 15 Kilometern Entfernung liegt vor euch der afrikanische Kontinent. So nah und doch so fern. Eine völlig andere Welt. So oder so ähnlich fühle ich mich, wenn mein Blick in Wien vom Donauturm über die Donau schweift, und ich die fernen südlichen Bezirke der österreichischen Hauptstadt erblicke. Eine völlig andere Welt.

Beim hinunter wandern vergesst nicht dem botanischen Garten samt faszinierendem Zoo einen Besuch abzustatten, weitere magische Momente sind garantiert! Den Tagesausflug rundet Ihr dann mit einem Besuch der feinen Gastronomie entlang des Hafens oder Torbogens ab ehe ihr euch unter den strengen Blicken der Grenzkontrolleure wieder auf zu eurem Auto macht.