Endlich wieder Norwegen! Wie sagte Robert Kratky einst: “die Südsteiermark – eine von Gott geküsste Gegend”. Hat zwar nix mit meinem Urlaub oder Norwegen zu tun, aber er hat es mal gesagt.
Der Hinflug mit der ungarischen Billigairline WizzAir verlief überraschend problemlos, dankenswerterweise setze man mir einen 200kg Ungar neben, bzw auf mich, somit standen 2 Stunden Entspannung nix im Wege.
Angekommen in Bergen, der Klassiker. Ewiger Bestandteil meines urlaubens. Es regnete. Und es wird auch bis Sonntag durchregnen. Aber es heisst ja nicht umsonst: Wenn Engel reisen…
Nach kurzer Gepäckaufgabe im Hotel startete also mein Wassermarsch, und bis zum Nachmittag war ich bis auf die Unterhose nass. Sprich, ich werde den Rat dankend annehmen, und ab morgen einfach keine Unterhose mehr tragen. (Als Mann hat man sowieso nur eine mit). Problem gelöst. Aber Ehrlichkeit muss sein, Schuld quasi bei mir selber, weil als Mann von Welt natürlich Regenschirm eingepackt, aber im Zimmer liegen gelassen. Und weil Stolz quasi verpflichtend, zu Stolz um 5 Minuten zurückzugehen und Schirm zu holen. Dann lieber mit dem Fehler leben und nass werden. Mann von Welt eben!
Zwischenzeitlich gab es sogar eine längere Regenpause, die 45 Sekunden wurden wohlwollend für Fotos in Bryggen genutzt. Grundsätzlich aber keine Überraschung, Bergen gilt als eine der regenreichsten Städte Europas und hier stellen sie sogar Schilder auf die  besagen “Sone verboten”. Fischmarktbesuch – eh klar – der frische Fischburger einfach himmlisch, fast so gut wie der Filet-O-Fish (nein der heisst nicht Fischmac) morgens beim McDonald’s. Wenn man bedenkt dass man hier Eichhörnchen-fleisch bekommt, eigentlich ein Top Produkt.

Ein herzliches HALLO aus Norwegen zum Tag 2 meiner interstellaren Reise ins Land der Fjorde. “Hallo” ist übrigens norwegisch und bedeutet übersetzt: Hallo. Nur falls Ihr beim nächsten Jägermeister-Stammtisch jemanden beeindrucken wollt. Ausgerüstet mit ohne Unterhose, Regenschirm und Thermo-Leiberl stand heute das Erklimmen des höchsten Berges von Bergen auf dem Programm. Ulriken. Wagemutige und schier unüberwindbare Höhenmeter lagen vor mir (unfassbare 643 Meter um genau zu sein), gepaart mit einem Salzburger Schnürlregen zum Quadrat, ein fast schon heldenhaftes Unterfangen. Aber Moment, glaubt es oder glaubt es nicht, es regnete beim Start meines Abenteuers keinen einzigen Tropfen. Auch nicht, als ich nach einer Stunde Fußmarsch beim Fuße des Berges ankam, auch nicht, als ich die ersten Höhenmeter zurücklegte. Es schien so, als hatte Mutter Natur Gnade mit mir. Und just in dem Moment, als ich bei Albuquerque falsch abbog und statt dem gemäßigten, betonierten Wanderweg die extra lange Abenteuerrunde wählte und mir dachte “Also heute hab ich Glück mit dem Wetter”, dachte sich Mutter Natur “lol, du Spasd, ergötze dich an meinem Dauerregen du Warmduscher”. Es machte trotzdem großen Spaß, keine Menschenseele, nur Ich, der Berg, wunderschöne Landschaften, einsame Horrorhütten, und viel, sehr viel Wasser. Wie einst Forrest Gump beschrieb: “es gab Regen von oben, von der Seite und manchmal schien es so, als käme der Regen von unten”. Nach ungefähr 3 Stunden erreichte ich den Gipfel, und die Aussicht war einfach überwältigend. Ganze 10 Meter konnte Ich meinen Blick in den wolkenverhangenen Horizont schweifen lassen. Aber wenigstens meine Unterhose war nicht nass!
Der restliche Tag wurde mit Spaziergängen durch die wunderschönen engen Gassen Bergens verbracht.

“Nach ungefähr 3 Stunden erreichte ich den Gipfel, und die Aussicht war einfach überwältigend”

Willkommen zu Tag 3 der aussergewöhnlichen Reise einer aussgewöhnlich gewöhnlichen Person.
Frühmorgens ging es regenlos mit der Bergen Bahn ins 3 Stunden entfernte Geilo. Ja richtig, ein Ort names Geilo. Aus Respekt vor den Geilolianern, Geilolanten oder Geilonesen werde ich in meinem Bericht keine weiteren Wortspiele mit Geilo einbauen!
Die Zugfahrt mit ungewohnter Beinfreiheit war an sich schon ein Highlight, fast schon malerisch schlängelte sich die Bergen-Bahn durch unfassbar schöne Landschaftszüge. Und kurz vor meinem Ziel, ich lüge nicht, erblickte ich Sie endlich. Die Sonne. Ausgestiegen in Geilo war es als würden sich zwei alte Freunde nach langen Jahren endlich wieder gegenüber stehen. Die Sonne, der Grund warum es Leben auf der Erde gibt, mächtig, wärmend und beeindruckend – und ich, der der sich in der Früh beim Waschbecken die Hände verbrannt hat. Der sonnige Tag wurde für eine fast schon schweißtreibende Wanderung genutzt, ehe es nach einem kurzen gesunden Mittagssnack (Bacon Burger, Nutella Toast und Schokotascherl – stayhealthy) zur Husky-Schlittenfahrt quer über einen zugefrorenen Fjord mit unfassbarer Aussicht ging. Ein utopisches, einmaliges, nicht zu topendes Erlebnis. Da gehen mir fast schon die Superlativen aus. Einfach geilo. Die Leistung der Hunde kann nach meiner Weihnachtsfresserei auch nicht oft genug gehuldigt werden. Nun steht mir eine dreistündige Zugfahrt zurück nach Bergen bevor, und Gott gnade demjenigen der bei mir sitzt, denn ich bin in Husky-Kacke getreten. Gibt es da draussen Gerechtigkeit, ist es mein 200kg Ungar vom Hinflug! In diesem Sinne, Anschlusstreffer, Regen 2, Bagura 1, ich bin wieder im Spiel!

“Die Sonne, der Grund warum es Leben auf der Erde gibt, mächtig, wärmend und beeindruckend – und ich, der der sich in der Früh beim Waschbecken die Hände verbrannt hat”

Ein herzliches god dag aus Norwegen zum vorläufig letzten unmenschlichen Reisebericht. Heute fühle ich mich so, als könnte ich Bergen versetzen. Gestern gabs aufgrund akuter Lustlosigkeit keinen Bildbericht, aber wer kommt schon auf Instagram um Fotos zu sehen.

Außerdem benötigen auch angehende Reisejournalisten der weltmännischen und national sowie international hoch angesehenen Tageszeitung Österreich eine schöpferische Pause. Gestern also eine Fjordschifffahrt mit einem, man lese und staune, Schiff. Schwer, das gesehene in Worte zu fassen und euch so zu beschreiben dass ihr einen Eindruck von dieser unglaublichen Landschaft bekommt, aber ich versuche es mal mit all meinem schriftlichen Können: links Berge, rechts Berge, und in der Mitte Wasser.
Gestern Abend wurde dann der Plan für eine mehrstündige Wanderung geschmiedet, vergoldet mit dem Sonnenaufgang über Bergen. Nach heutiger Tagwache um 5:30 Uhr sagte ich mir dann “Elias-Diego, sei kein Weichei und motivere dich für diesen 3 stündigen Aufstieg in kompletter Dunkelheit”. Gottseidank ist mein Name nicht Elias-Diego und somit schlief ich noch ein Weilchen um dann auf den etwas kleineren Hausberg (um die 300 Meter) zu spazieren. Gute Entscheidung. Der restliche Tag wird nun gemütlich angegangen, ich danke vielmals für eure Anteilnahme an meiner intergalaktischen Reise zum Tor der Fjorde, Bergen. Abschließend stellt sich mir noch eine Frage, und vielleicht kann mir jemand weiterhelfen. Wie bezeichen sich eigentlich die Einwohner Bergens? Berganer? Berganesen? Berganasanten? Bergenauer? Oder englisch: Burger?